Inklusionstage 2022: Wohnen. barrierefrei • selbstbestimmt • zeitgemäß

Logo der Inklusionstage 2022 mit der Aufschrift Inklusionstage 2022 Wohnen barrierefrei selbstbestimmt zeitgemäß
Die Ziffern sind sehr eckig wie im Grundriss für Wohnräume gestaltet.
Logo der Inklusionstage 2022. Quelle: www.gemeinsam-einfach-machen.de

Die diesjährigen Inklusionstage fanden am 31. Mai und 1. Juni noch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie statt. So wurden zu Beginn die Preisträger*innen des Bundesteilhabepreises 2021 ausgezeichnet, dessen Schwerpunktthema „Unterstützung, Assistenz, Pflege – gesellschaftliche Teilhabe auch in Corona-Zeiten“ lautete.

In seinem Grußwort ging Bundesminister Hubertus Heil darauf ein, dass Inklusionsthemen immer auch Querschnittsthemen sind. „Nur barrierefreier Wohnungsbau ist sozialer Wohnungsbau.“ Mit diesen Worten des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Jürgen Dusel brachte Sören Bartol, Parlamentarischer Sprecher bei der Bundesbauministerin, das Anliegen der beiden Tage auf den Punkt. Wie wichtig es ist, weiteren barrierefreien Wohnraum zu schaffen, verdeutlichte Dr. Philipp Deschermeier in seiner Vorstellung des Endberichts zur Evaluation des KfW-Förderprogramms „Altersgerecht Um-bauen (Barrierereduzierung – Einbruchschutz)“.

In der anschließenden Podiumsdiskussion betonten die Diskutant*innen die Zuständigkeit der Länder für die Landesbauordnungen und weiterer relevanter rechtlicher Grundlagen. Hier gibt es in einigen Ländern bereits vielfältige Erfahrungen. So stellte der Beauftragte der rheinland-pfälzischen Landesregierung Matthias Rösch den Leitfaden für die Planung des Landes Rheinland-Pfalz hin. Dem Bund kommt hier die Aufgabe zu, verschiedene Akteur*innen miteinander ins Gespräch zu bringen. Der Bund kann barrierefreies (Um-)Bauen fördern und die verschiedenen Akteur*innen an einen Tisch bringen. Neben dem Bund sind Fördermittelgeber beispielsweise die Landesförderbanken

Dr. Leander Palleit, Leiter der Monitoringstelle zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beim Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR), stellte fest, dass „Standard-Maß immer noch Barriere-Maß“ ist. Mit anderen Worten: Barrierefreiheit ist immer noch die Ausnahme, nicht die Regel. Palleit verwies darauf, dass es sich beim Thema Wohnen um ein Menschenrecht handle, das unter dem Stichwort „Unabhängige Lebensführung“ in Artikel 19 auch in der UN-BRK enthalten ist.

In dieser Runde wurde deutlich, dass insbesondere bei Neubauten auf Barrierefreiheit geachtet werden müsse. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Einbeziehung verschiedener Akteur*innen. Dazu braucht es jedoch Dialogfähigkeit und eine gemeinsame Sprache beispielsweise von Planer*innen und weiteren Beteiligten. Teilnehmende merkten dazu an, dass Barrierefreiheit in der Aus- und Fortbildung von Architekt*innen und Bauingenieur*innen einen festen Platz haben müsse.

In allen Diskussionsrunden, den Grußworten und der Abschlussrunde wurde ein Punkt besonders deutlich: Eine barrierefreie Wohnung ohne barrierefreien Sozialraum hilft den betroffenen Menschen nicht. Der Bedeutung des Sozialraums entsprechend gab es auch hierfür eine Runde auf dem Podium. In diesem Rahmen stellte Anja Schulze das Projekt Kommune Inklusiv Rostock vor, in dem ein barrierefreier Sozialraum gestaltet wird.

Gerade die weite Fassung des Inklusionsbegriffs wurde in dieser Veranstaltung deutlich. Diesen verfolgt Catrin Wahlen als inklusionspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Dabei kommt es ihr auf die Partizipationsmöglichkeiten für alle Menschen in allen Lebensbereichen an.

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