Jubiläumsveranstaltung: 40 Jahre Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung

Logo des Deutschen Studentenwerks: zwei sich schneidende grüne Quadrate, in der Mitte der Schnittfläche ein kleines grünes Quadrat, daneben der Schriftzug "Deutsches Studentenwerk"
© Deutsches Studentenwerk

Mit einer Jubiläumstagung blickte die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks (DSW) am 10. November 2022 auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück.

Matthias Ambuhl, Generalsekretär des DSW, betonte in seiner Begrüßungsrede das Engagement der IBS für die inklusive Hochschule seit Beginn ihres Bestehens, formulierte aber auch Wünsche an die Politik: So gibt es in Nordrhein-Westfalen und Sachsen zweckgebundene Investitionsmittel für Inklusion. Diese sollte es seiner Ansicht nach bundesweit geben. Des Weiteren ist im Verlauf der Corona-Pandemie der Bedarf an psychosozialer Beratung der Studierenden stark angestiegen, weshalb Ambuhl den Ausbau und die Sicherstellung der entsprechenden Beratungseinrichtungen anmahnte. Darüber hinaus müsse auch die Studienfinanzierung, insbesondere von Studierenden mit Behinderungen, ausgebaut und gesichert werden. Peter Greisler, Leiter der Unterabteilung 41 “Hochschulen” im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), betonte in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit zwischen IBS/DSW und BMBF. Er nahm die Forderungen auf, verwies in vielen Punkten aber auf die Zuständigkeit der Länder.

Was aber wird aus den Studierenden mit Behinderungen, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben?  Annetraud Grote zeigte anhand ihrer eigenen (Erwerbs-)Biografie auf, wie der Weg von Akademiker*innen mit Behinderungen verlaufen kann. Die Juristin lebt selbst mit einer Beeinträchtigung und ist seit Abschluss ihres zweiten Staatsexamens beim Paul-Ehrlich-Institut beschäftigt. Die zentrale Botschaft ihres Vortrags lautet: Inklusion ist eine Frage der Haltung. Und: Inklusion braucht Kooperation.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik und Beratung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im deutschen Hochschulbereich ging es insbesondere um die Themen Nachteilsausgleiche und (digitale) Barrierefreiheit. Dabei waren sich die Diskutant*innen über die Bedeutung dieser Aspekte für Studierende mit Behinderungen einig. Allerdings gingen die Ansichten bei der Frage nach dem Weg zu mehr Chancengleichheit auseinander. Auch in der Frage, wie weit man denn mit der Umsetzung bereits gekommen sei, wichen die Einschätzungen sowohl bei den Gästen auf dem Podium als auch im Publikum voneinander ab.

Catrin Wahlen, inklusionspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, gratuliert zum 40-jährigen Jubiläum. Sie will die Impulse, die von der IBS und anderen Einrichtungen für eine inklusive Hochschule ausgehen, in ihrer parlamentarischen Arbeit aufgreifen und gemeinsam mit ihren Fachkolleg*innen in der Fraktion das Thema inklusive Hochschule in Berlin weiter voranbringen.

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.