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Logo des Berliner Behindertenparlaments (rund): Brandenburger Tor, darunter die Bezeichnung "Berliner Behindertenparlament" (weiß vor grünem Hintergrund)

5 Jahre Berliner Behindertenparlament – die Jubiläumsausgabe

Logo Behindertenparlament in abgewandelter Form: Brandenburger Tor mit Feuerwerk im Querbalken des Brandenburger Tors steht (in goldener Schriftfarbe): 5 Jahre darunter fünf goldene Sterne
© Berliner Behindertenparlament

Es ist mittlerweile nicht mehr aus der Berliner Inklusions- und Behindertenpolitik wegzudenken: das Berliner Behindertenparlament (BBP). In diesem Jahr gab es ein Jubiläum zu feiern: die fünfte Auflage des BBP. Zum vierten Mal in Folge tagte es zudem im Plenarsal des Berliner Abgeordnetenhauses.

Darauf nahm auch die Präsidentin des Abgordnetenhauses von Berlin, Cornelia Seibeld (CDU), in ihrem Grußwort Bezug. Beim Berliner Parlamentsgebäude handelt es sich um ein Haus aus dem 19. Jahrhundert, das Schritt für Schritt an Barrierefreiheit gewinne, erläuterte Seibeld, und auch der Senat sei in diesem Jahr so stark beim BBP vertreten wie noch nie in den Jahren zuvor.

Der Präsident des BBP Christian Specht, seit Kurzem auch Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg für Bündnis 90/Die Grünen, erwähnte ebenfalls das fünfjährige Jubiläum und äußerte Sorge um den Zustand der Demokratie. Das BBP wolle hier etwas entgegensetzen und einen positiven Beitrag leisten, so Specht.

Erster inhaltlicher Block war die Fragerunde an die anwesenden Senator*innen und Vertreter*innen der Senatsverwaltungen. Die folgende Darstellung enthält eine Auswahl der Fragen und Antworten. Um den großflächigen Stromausfall im Bezirk Treptow-Köpenick im September 2025 ging es in der ersten Frage an Senatorin Franziska Giffey (SPD): Wie wird bei solchen Ereignissen systematische Unterstützung, insbesondere für Menschen, die auf technische Hilfsmittel angewiesen sind, sichergestellt? Wer akute Hilfe brauche, sei die erste Frage, die gestellt werde, wenn der Krisenstab zusammentritt, so Giffey. Der Einsatz werde von der Berliner Feuerwehr koordiniert.
Auf die Frage nach der Berücksichtigung des individuellen Bedarfs und der Beratung bei der Bewilligung des Persönlichen Budgets sagte Staatssekretär Aziz Bozkurt (SPD), individuelle Teilhabe sei das oberste Ziel des Persönlichen Budgets, und verwies auf ein Rundschreiben der Senatsverwaltung zu Sach- und Geldleistungsmodell. Ziel sei ein Standard. Entscheidend für die Bewilligungen seien die individuellen Zielvereinbarungen. Ausgaben für Beratung und Verwaltung werden jedoch pauschal behandelt.
Senatorin Ute Bonde (CDU) berichtete auf die Frage nach dem aktuellen Stand beim Angebot BVG Muva, dieses werde als Alternative Barrierefreie Beförderung (ABB) fortgesetzt. Zum Thema Inklusionstaxi verwies sie auf die Beförderungspflicht der Unternehmen.

Das wichtigste Element des BBP ist die Vorstellung der und die Abstimmung über die Anträge, die in den letzten Monaten von den Mitgliedern der Fokusgruppen erarbeitet wurden. Die Zahl der Anträge war im Vergleich zu den Vorjahren reduziert. Folgende Anträge wurden von den Fokusgruppen eingebracht:

  1. Fokusgruppe Arbeit und Beschäftigung 
    a) Informationskampagne und Schulung von Führungskräften für mehr Inklusion am Arbeitsmarkt
    b) Aus der Werkstatt in den allgemeinen Arbeitsmarkt – Modellprojekte für mehr Inklusion und Fachkräftegewinnung durch landeseigene Betriebe
  2. Fokusgruppe Bildung 
    Bildungsabschlüsse für alle Schülerinnen und Schüler 
  3. Fokusgruppe Kultur und Medien 
    Barrierefreie Medien und Kultur
  4. Fokusgruppe Mobilität
    10-Punkte-Masterplan „Mobilität auf öffentlichen Straßen in Berlin“

Alle Anträge wurden mit großer Mehrheit der stimmberechtigten Delegierten angenommen und Staatssekretärin Micha Klapp (SPD) übergeben. Mit den Anträgen macht das BBP die Senatsverwaltungen auf drängende Fragen und Anliegen von Menschen mit Behinderungen in Berlin aufmerksam.

Blick vom Podium in einen Teil des Plenarsaals bei der Abstimmung mit Karten mit Logo des Berliner Behindertenparlaments.
Abstimmung beim BBP. Foto: Catrin Wahlen

Christine Braunert-Rümenapf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, berichtete von den Schwerpunkten ihrer Arbeit. Diese liegen in den Bereichen inklusive Bildung, Mobilität/Muva/ABB und Gewaltschutz. Wie sie ausführte, gibt es noch keine systematische Beteiligung der Landesbeauftragten in allen Senatsverwaltungen.

Als im neu gewählter Vorsitzender des Landesbeirats wurde Thomas Seerig vorgestellt. Er ist seit vergangenem September im Amt. Am Behindertenparlament 2025 nahm er jedoch nicht nur in dieser Funktion teil, sondern auch als Moderator der Fokusgruppe Mobilität.

schwarz gekleidete Frau mit langen Haaren und hochgesteckter Brille am Rednerpult des Berliner Abgeordnetenhauses, den Blick ins Plenum gerichtet
Catrin Wahlen (MdA) hält beim Berliner Behindertenparlament eine kurze Rede. Foto: Kilian Vitt

„Das Berliner Behindertenparlament hat seit seiner Gründung eine großartige Entwicklung genommen,“ erinnert sich Catrin Wahlen, Sprecherin für Inklusion und Senior*innen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, „es fokussiert sich stärker auf große Anliegen.“ Mit Blick auf die Finanzierung des BBP in den Folgejahren führt sie aus, dass man in diesem Punkt nun entspannter sein könne, da das Vorhaben durch einen eigenen Teilansatz im Doppelhaushalt 2026/27 besser abgesichert sei. Abschließend warb Wahlen auch für den Förderverein des BBP, dessen Vorstand sie angehört: „Schreiben Sie die Mitglieder des Vorstands an und teilen Sie uns mit, dass Sie beim Förderverein mitmachen wollen. Und erzählen Sie davon auch Ihren Freund*innen, Verwandten und Bekannten.“

Zwei Männer und zwei Frauen stehen neben dem Roll-up des Berliner Behindertenparlaments (links im Bild). Rechts im Hintergrund: Blick in den Plenarsaal
Vorstand des Fördervereins mit dem Präsidenten des Berliner Behindertenparlaments, Christian Specht. Von links nach rechts: Christian Specht, Benedikt Lux, Catrin Wahlen, Julia von Schick
Foto: Förderverein für das Berliner Behindertenparlament
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