Überspringen zu Hauptinhalt
linke Bildhälfte: "2026 Inklusionstage" und symbolhafte Darstellung eines kombinierten Ring- und Gabelschlüssels und eines Bleistifts vor einer Tafel, rechts "6. und 7. Juli Ausbildung und Arbeit für junge Menschen mit Behinderungen – barrierefrei • selbstbestimmt • zeitgemäß"

Inklusionstage 2026 – Ausbildung und Arbeit für junge Menschen mit Behinderungen – barrierefrei • selbstbestimmt • zeitgemäß

Bereits zum 13. Mal fanden am 6. und 7. Juli 2026 die Inklusionstage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales statt. Das diesjährige Thema der Fachveranstaltung war „Ausbildung und Arbeit für junge Menschen mit Behinderungen – barrierefrei • selbstbestimmt • zeitgemäß“.

In Präsenz im Berliner Café Moskau und online via Livestream nahmen jeweils rund 300 Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, der Zivilgesellschaft und der Selbstvertretung behinderter Menschen an der zweitägigen Veranstaltung teil.

In verschiedenen Formaten und parallelen Veranstaltungen wurden unter anderem Fragen der beruflichen Orientierung und Ausbildung, des Übergangs in den allgemeinen Arbeitsmarkt, der Wege in die Selbstständigkeit, beruflichen Mobilität sowie des Einsatzes digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz diskutiert. Die Gestaltung des Übergangs von der Schule in die Ausbildung und die Frage, welche Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben geschaffen werden müssen, kristallisierten sich dabei als zentrale Fragestellungen heraus. In allen Diskussionen zeigte sich zudem, dass schulischer Inklusion eine entscheidende Bedeutung für Inklusion in Ausbildung und Erwerbsleben.

Vor besonderen Herausforderungen stehen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen – und dies in mehrfacher Hinsicht: Einerseits sind psychische Beeinträchtigungen von außen nicht wahrnehmbar und sie verlaufen nicht linear. Hinzu kommt, dass Symptome oft fehlgedeutet werden und somit ein Teufelskreis entsteht. Begleitung und frühzeitige Intervention sind hier notwendig. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Beeinträchtigungen kommt dabei den Angehörigen eine entscheidende Rolle zu. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Erreichen des Erwachsenenalters bei psychisch beeinträchten Menschen, im Gegensatz etwa zu körperlich beeinträchtigten Menschen, ein Rechtskreiswechsel vollzogen werden muss, da Unterstützungsleistungen für Kinder und Jugendliche mit psychischen Beeinträchtigungen im Kinder- und Jugendhilferecht (SGB VIII) geregelt sind, für Erwachsene die Leistungen nach dem SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe). Hier entstehen immer wieder Brüche zulasten der jungen Menschen. Für diese Zielgruppe, so stellten die Diskutant*innen fest, sollten ambulante und flexible Angebote geschaffen werden.

Auch der Bundesteilhabepreis wurde zum diesjährigen Thema vergeben. Mit dem 1. Preis wurde die Kölner Schauspielschule „Der Keller“ für ihr Projekt „Rheinkompanie – professionelle Schauspielausbildung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung“ ausgezeichnet. Der 2. Preis ging an inKlub e.V., Köln für das Projekt „inKlub Startup Mentoring Programm“. Den 3. Preis erhielt die eva Kinderbetreuung gGmbH, Stuttgart für das Projekt „‚Inklusion leben‘ – Menschen mit Beeinträchtigungen als Kita-Assistenz„.

Catrin Wahlen, inklusionpolitsche Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus sieht sich bestätigt: „Die Schlussfolgerungen, die aus den Programmpunkten der diesjährigen Inklusionstage zu ziehen sind, unterstreichen das, was wir in unserem Positionspapier ‚Ausbildung inklusive – Berufsperspektiven für alle Menschen schaffen!‘ fordern: Es müssen alle Bereiche einbezogen werden – von der Schule über die Berufsschule bis zum Ausbildungsbetrieb. Was in diesem Jahr bei den Inklusionstagen diskutiert wurde, haben wir schon vor einem Jahr veröffentlicht.“

An den Anfang scrollen