Weltsuizidpräventionstag: Ein Rückblick
Im Rückblick auf den Fachtag zum Welttag der Suizidprävention schreibt die Caritas im Erzbistum Berlin: „Mehr als 10.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr durch Suizid. Bei jungen Menschen unter 25 Jahren ist Suizid sogar die häufigste Todesursache. Umso wichtiger ist es, Warnsignale zu erkennen, über Suizidgedanken sprechen zu können und Menschen in Krisen nicht allein zu lassen.
Gemeinsam gegen das Schweigen
Anlässlich des Weltsuizidpräventionstages fand am 10. September der Fachtag „Suizidprävention bei jungen Menschen“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Berliner Fachstelle Suizidprävention in Trägerschaft der Caritas koordiniert. Der große Zuspruch mit mehr als 300 Anmeldungen machte deutlich, wie groß der Bedarf an Wissen, Austausch und Handlungssicherheit im Umgang mit suizidalen Krisen junger Menschen ist.Besonders eindrucksvoll waren die Beiträge von Menschen mit eigener Krisenerfahrung. Sie berichteten von ihren persönlichen Wegen durch psychische Belastungen, von Unterstützung, die geholfen hat, und von der Bedeutung eines respektvollen Umgangs auf Augenhöhe. Ihre Erfahrungen machten deutlich, wie wichtig es ist, psychische Krisen und Suizidalität zu enttabuisieren und offen über Hilfsmöglichkeiten zu sprechen.Auch Prof. Dr. Ulrike Kostka, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin, plädierte für einen offenen Umgang mit psychischen Krisen und eine langfristig gesicherte Suizidprävention. „Diese wichtige Arbeit muss für Berlin eine hohe Priorität haben, denn Suizidprävention rettet Leben“, betonte sie.
Hilfe finden
Wer Unterstützung sucht, findet auf der Website der Berliner Fachstelle Suizidprävention mit dem Hilfe-Finder schnell und unkompliziert passende Anlaufstellen für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte.
Haben Sie selbst Suizidgedanken oder sorgen Sie sich um einen nahestehenden Menschen? Bitte holen Sie Hilfe. In akuten Notfällen wählen Sie den Notruf 112. Unterstützung bieten außerdem der Berliner Krisendienst sowie die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 222.“
„Die Arbeit der Berliner Fachstelle Suizidprävention leistet wichtige Arbeit mit suizidgefährdeten Menschen und ihren Angehörigen. Nach meiner Einschätzung ist das Thema ‚Suizid‘ aber immer noch mit einem zu großen Tabu behaftet. Nur wenn wir offen darüber sprechen, können wir Suizide auch wirksam vermeiden. Für mich als Fachpolitikerin steht dabei auch die Arbeit mit älteren Menschen im Fokus,“ hebt Catrin Wahlen, Sprecherin für Inklusion und Senior*innen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.



